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Kaum
jemand denkt heute noch daran, dass erst Christoph Kolumbus den Mais aus
Amerika mitbrachte, so selbstverständlich gehört er zur bäuerlichen Kost
ganz Norditaliens. Ein Herzog aus den Bergen südlich von Rimini soll es
gewesen sein, der als Freund und Begleiter des Abenteurers den Wert der
goldgelben Körner erkannte und sie auf Samt gebettet, aus der neuen Welt
mitbrachte.
Traditionsbewussten Köchen und der ländlichen Bevölkerung ist es
letztendlich zu verdanken, dass der berühmte Maisbrei auch heute nach de
alten Regeln der Kunst zubereitet wird – in der Lombardei und in
Venetien, im Friaul, in Südtirol, Piemont und im Trentino. Immer
noch wird Polenta mit großer Andacht geduldig gerührt, bis der gegarte
Brei aus dem Topf gestürzt und die köstliche Kruste herausgehoben werden
kann.
Wichtig: der Topf
soll aus Kupfer, Gusseisen oder Aluminium und vor allem hoch genug sein,
damit beim Kochen nichts über den Rand spritzt. Das klassische Werkzeug
zum Rühren ist die bastone, ein langer, flacher Holzspatel. Für
den Hausgebrauch tut’s aber auch ein einfacher, langstieliger
Holzlöffel. |