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Einkochen - eine
fast vergessene Kunst
Es wird Herbst, und die Früchte des Garten sind reif und bereit zur
Ernte. Aber wer verbraucht und verspeist schon noch alles, was die
Natur ihm bietet? Wer beherrscht zum Beispiel heute noch die Kunst des
Einweckens?
Beim Einwecken - oder auch Einkochen -
werden Lebensmittel durch Erhitzen und Luftabschluss konserviert. Um
1880 hatte aber der Gelsenkirchener Chemiker Rudolf Rempel die Idee,
Gläser mit einem Gummiband und einer Haltevorrichtung, einer Art
Bügel, abzudichten. Einer seiner ersten Kunden war Johann Carl Weck,
der nach Rempels Tod sein Patent erwarb und die Firma "J. Weck und
Co." gründete. Im deutschen Sprachraum verbreitete sich daraufhin
rasch die Wortschöpfung "einwecken".
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Eingelegter Knoblauch |
Apfelkompott kochen |
Zwetschkenmarmelade |
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Die Blütezeit des
Verfahrens begann mit dem Ersten Weltkrieges und reichte bis in die
60er Jahre des 20. Jahrhunderts. Etwa 90 Prozent aller deutschen
Familien kochten nun Obst, Gemüse und andere Lebensmittel ein. Mit der
Verbreitung der Tiefkühltruhen wurde das Einwecken weitgehend durch
das Tiefkühlen abgelöst.
Da stellte sich die Frage: Wer macht sich heute noch die Arbeit und
kocht Lebensmittel ein, wo es doch alles zu kaufen gibt und die
Tiefkühltruhe für lang anhaltende Frische sorgt? Schon im Vornherein
war klar, es würden Frauen sein. |
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